Fragen
Aus NordTast Wiki
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Bindestrich, Minus, Gedankenstrich
Frage: Der Gedankenstrich auf Shift-Komma macht Probleme bei Internet- und Emailanschriften.
Antwort: Der waagerechte Strich in Email- und Internetanschriften ist das Minus. Wenn also einer eine Emailanschrift hat wie dingsbums@t-online.de, dann ist hier das Minus einzugeben (auch als Bindestrich bekannt) und nicht der Gedankenstrich. Viele Leute sprechen es so aus: „dingsbums at T minus online dot de“ um klarzustellen, dass dieser Strich ein Minus ist. Die zwei Gedankenstriche, nämlich Shift-Komma und Shift-Minus, sind technisch gesehen andere Zeichen als ein Minus, genauso wie ein „å“ ein anderes Zeichen ist als ein „a“.
Frage: Wenn ich den Gedankenstrich auf Shift-Komma in bestimmten Windowsprogramme benutze, erscheint kein Gedankenstrich, sondern ein Punkt oder ein Dollarzeichen. Was ist los?
Antwort: Das Programm ist keine Unicode-Anwendung und kann mit diesem Gedankenstrich nicht umgehen. Benutzen Sie diesen in solchen Programmen nicht, und auch die typografischen Anführungszeichen nicht. Benutzen Sie das Minus, das neben der 0 steht oder auf AltGr-R.
Windowstreiber
Frage: Warum ist der Windows-Treiber mit MSKLC erstellt und nicht mit einem anderen Programm?
Antwort: Das ist das Programm, das Microsoft benutzt und auch bereitstellt. Die Tastatur erscheint in einer Form wie alle andere Tastaturen in der Welt und wird auf die gleiche Weise installiert und entfernt. Wenn alle andere mit dieser Software – und hierunter ganz besondes Microsoft selber – damit leben kann, dann kann ich das auch. Ich würde gerne weitere Treiber zur Verfügung stellen und bitte um Hilfe, diese zu entwickeln.
Frage: Wenn ich unter Windows, Version soundso den NordTast-Treiber installiere, dann funktioniert er. Aber jedes Mal, wo ich eine neue Anwendung öffne, springt die Belegung wieder auf die alte Tastatur um. Ist das ein Fehler im Treiber?
Antwort: Das ist kein Fehler im Treiber. Bei der Installation einer zusätzlichen Tastatur unter Windows ist die eine Tastatur Vorgabetastatur und die andere Ausweichtastatur. Jedes Mal, wo eine neue Anwendung geöffnet wird, wird die Vorgabetastatur eingeschaltet. Man muss in die „Ländereinstellungen“ eingehen und NordTast zur Vorgabetastatur machen, falls das erwünscht ist.
Grafische Umschaltung unter Linux
Frage: Warum kann man unter Linux nicht grafisch NordTast einstellen?
Antwort: Dazu benötigt man einen besonderen Treiber, der noch nicht entwickelt ist. Ich bitte um Hilfe, so einen zu entwickeln.
Beziehung zu Neo
Frage: Kann man einen Treiber machen, wo die zwei Buchstabenebenen Nordtast entsprechen, die oberen Ebenen aber Neo entsprechen?
Antwort: Ja. Einer hat auf der Neo-Mailingliste darüber berichtet.
Frage: Warum bietet NordTast.org keinen Neo-Treiber an mit NordTast-Belegung?
Antwort: Wir haben offiziell keinen. Wir haben zwar einen zur Ansicht bekommen. Es ist aber nicht unser Eigentum und es wäre nicht richtig, den einfach so ins Netz zu setzen. Da aber mehrere Interessierte danach gefragt haben, werden wir unsere Bemühungen, einen offiziellen zu bekommen, fortsetzen. Sobald wir einen bekommen, werden wir ihn als „Neo-NordTast“ oder als „NordTast-Neo“-Treiber (oder als „Professortreiber“) veröffentlichen.
Frage: Ich habe Neo auf meinem Linux-Rechner. Jetzt habe ich den NordTast-Treiber dazu geladen. Danach ging gar nichts mehr. Was soll ich tun?
Antwort: (1) erstellen Sie eine Xmodmap-Datei namens Original.xmodmap indem Sie in einem Terminalfenster im Homeverzeichnis den Befehl „xmodmap -pke > Original.xmodmap“ eingeben. (2) Gehen Sie unter der grafischen Benutzeroberfläche da hinein, wo man die Tastaturbelegungen verwaltet (zum Beispiel unter Ubuntu „System – Einstellungen – Tastatur“. Setzen Sie die Tastatur auf Deutsch, die normale Qwertz-Tastatur also. (3) Laden Sie den NordTast-Treiber mit dem Befehl „xmodmap NordTast.xmodmap“. (4) Erstellen Sie eine neue Datei mit dem Befehl „xmodmap -pke > NT.xmodmap“. (5) Gehen Sie nochmal in die Systemsteuerung ein und setzen Ihre Tastatur zurück auf Neo, wie Sie es gewohnt sind. Jetzt können Sie zwischen den zwei Belegungen hin- und herschalten, indem Sie wechselweise „xmodmap NT.xmodmap“ und „xmodmap Original.xmodmap“ eingeben. Es ist nicht schön, aber wirkt.
Entwicklungswerkzeuge
Frage: Die Werkzeuge, die zur Entwicklung von NordTast eingesetzt worden sind, warum sind sie nicht auf diesen Seiten vorgestellt worden. Sind sie geheim?
Antwort: (1) Das Auswerteverfahren ist in Einzelheiten auf dieser Homepage beschrieben. Man braucht dafür keinen Computer. Man braucht eine Liste mit Häufigkeiten der Buchstaben, und zwar in Prozent. Die kann man bei nordtast.org herunterladen. Dann gibt man jeder Taste eine Anzahl Punkte. Danach werden die Buchstaben auf die Tasten verteilt. Für jede Taste wird der Prozent jetzt mit der Punktezahl multipliziert, kann man mit einem Bleistift machen, und die Summe wird notiert. Wie auf nordtast.org nachzulesen ist, ist nach meinem Lagepunktesystem 133 die niedrigst erreichbare, und NordTast hat 137. Das heißt nochmal, dass bei der Entwicklung von NordTast nicht die Fingerwiederholungen, sondern die Lagepunkte im Vordergrund stehen. Die Bigramme braucht man als absolute Zahl, die sind auch auf meiner Homepage zum herunterladen. Für jedes Bigramm entscheidet man anhand der Tastaturbelegung, um es eine Einwärts- oder eine Auswärtsbewegung ist, oder eine Fingerwiederholung oder ein Handwechsel ist. Kann man mit einem Bleistift machen. Dann addiert man alle von jedem Typ. Am Ende teilt man mit der gesamten Anzahl der Bigramme und schon weiß man, wie viele Prozent Fingerwiederholungen, Handwechsel und so weiter da sind. Es ist dafür kein Computer notwendig. Ich nehme an, dass ich nicht die Software für diese Berechnungen veröffentlichen muss?
(2) Das Entwicklungsverfahren ist auch nicht geheim. Was das evolutionäre Verfahren angeht: Man muss hier einige Zeit damit gearbeitet haben, bevor man versteht, wie das wirkt. Die Evolution ist der Mechanismus, durch den die Menschen sich von Affen entwickelt haben, (oder vom Prokonsul oder Lucy). Was der evolutionäre Algorithmus kann und was er nicht kann, bekommt man schnell zu spüren, wenn man die eine Nacht nach der anderen damit verbringt. Derjenige, der mich auf diesen Algorithmus brachte, Peter Klausler, gab sein Projekt auf und wandte sich wieder Dvorak zu, bei dem er geblieben ist. Allein das sollte Warnung genug sein. Aber der Mensch will ja nicht hören.
In der Evolution ist es so, dass man aus dem Wildschwein ein dänisches Baconschwein machen kann. Aus Kühen kann man Jerseykühe oder Herefordkühe machen. Aus Wölfen kann man Dobermänner und Pudel machen. Aber man kann nicht Flügel auf ein Eichhörnchen setzen oder ihm einen Schnabel verpassen.
So ist es bei der Tastaturevolution auch. Gewisse Dinge werden bereits beim Start festgelegt und ändern sich nicht mehr. Man kann nicht eine Dvoraktastatur eingeben und dann, auch nicht nach einer Million Generationen, eine NordTast-Tastatur herausbekommen. Die Kurve über die Punkte fällt weich ab mit der Zeit und wird immer flacher und nähert sich asymptotisch irgendeinem Wert. Je nachdem, wie viele Parameter man in den evolutionären Algorithmus eingibt, „renken“ sich die Dinge der Reihe nach ein. Das kann man nur sehen, wenn man sich die erzeugten Tastaturbelegungen manuell, zum Beispiel alle 10 Generationen, ausdrucken bzw anzeigen lässt. Ich habe in meiner letzten Variante nur zwei Dinge eingegeben. Das eine Ding war die Lagepunkte, das andere „die Summe von Fingerwiederholungen und Auswärtsbewegungen“ mal einen Faktor. Dann habe ich mir die Entwicklung alle 10 Generationen manuell angeschaut. Ist der Faktor niedrig, legen sich die Buchstaben nach und nach auf die wichtigen Plätzen und sind dann auch bei maximaler Rechnerleistung nicht mehr von diesen Plätzen wegzuprügeln. Höchstens kann man dann noch X, Q und so Buchstaben wechseln. Für jede Generation danach werden die Fingerwiederholungen dann geringer bis zu einem gewissen Grad. Will man mehr, muss man einen der „großen“ Buchstaben versetzen, aber das geht halt nicht mehr. Wie gesagt, das Eichhörnchen kriegt keinen Schnabel mehr. Hätte es einen Schnabel haben müssen, hätte man das schon vor Jahrmillionen sagen müssen.
Diese Observation kam mir entgegen, denn auf der Mailingliste, wo NordTast entwickelt wurde, hatten wir einen scharfsinnigen Beobachter, Matthias Wächter, der ein sehr feines Gespür für Kleinigkeiten hat. Er sagt, „es ist nich gut, wenn dieser Buchstabe da liegt“ und so Sachen.
Gibt man also als Grundlage für den evolutionären Algorithmus daher einige Grundangaben an, besonders wo die häufigen Buchstaben liegen sollen, und hält man das Gleichgewicht zwischen der Bewertung der Fingerwiederholungen und der Lagepunkte sorgfältig ausbalanciert, dann kann man den evolutionären Algorithmus dazu zwingen, nach nicht allzu vielen Generationen, etwas in die richtige Richtung zu drücken. Programm stoppen. Liste angucken. Müll aussortieren. Ergebnisse in die Evolution geben. Liste angucken. Und so weiter. Oder glaubt ihr etwa, ich habe nur das Mehl reingetan und dann kamen die Nudeln unten raus oder was? Dann, wenn man meint, jetzt ist die richtige Denkrichtung eingeschlagen, dann den Algorithmus bis zum Ende laufen lassen, 1000 Generationen oder mehr, bis sich die Gesamtpunktzahl sich nicht mehr ändert. Dann eine der ersten 10 auf der Liste aussuchen und frisieren. Frisieren heißt wie bei NordTast: der Algorithmus sieht vor, dass Ä und „.“ (Punkt) vertauscht sein sollen. Das mache ich aber nicht, weil man mit der schrägversetzten Tastatur dann schlecht ÄU tippen kann.
Dann die neue Belegung durch Tippen probieren. Matthias hat Kommentare. Wie zum Beispiel: „ja, die drei Buchstaben da drüben, die versuchst du immer wieder, aber das gibt auf Englisch Probleme, das weißt du doch“.
Lange Rede, kurzer Sinn: Das Geheimnis der Entwicklung mit dem evolutionären Algorithmus ist nicht 10000 Tastaturen pro Sekunde und auch keine besondere Software, die ich geheimhalte, sondern die viele Zeit und Hingabe im Umgang mit der Evolution.
Wenn ich meine Evolutionssoftware nicht veröffentlicht habe ist das, weil sie sowieso nichts kann. Sie tauscht die Buchstaben und wertet aus. Das war es. Das ist im Handumdrehen programmiert. Und mein Programmierstil ist nicht schön, wenn ein Kenner das in die Finger bekommt, kann er in wenigen Minuten etwas daraus machen, was 10-mal schneller läuft. Meine Programme haben funktioniert, aber ich bin nicht stolz auf ihr Aussehen.